Künzelsau,

Qualitätsmerkmal „Praktische Ausbildung“ bei der Keppler-Stiftung Künzelsau

Der Gesetzgeber verlangt, dass die praktische Ausbildung der angehenden Pflegekräfte einer Pflegeeinrichtung durch eine geeignete Fachkraft begleitet wird.

Der Gesetzgeber verlangt, dass die praktische Ausbildung der angehenden Pflegekräfte einer Pflegeeinrichtung durch eine geeignete Fachkraft begleitet wird. Sie sind Ansprechpartner für die Auszubildenden und Bindemitglied zwischen Pflegeschule und Arbeitsplatz. In dieser Verantwortung nehmen sie bestenfalls auch an den schulischen Praxisbesuchen und Abschlussprüfungen teil. Im Rahmen des PflBG wird dies zukünftig sogar zur Pflicht.

Im hektischen Berufsalltag erhält eine gezielt geplante Praxisanleitung nach wie vor oftmals nicht den Stellenwert, der ihr beizumessen ist.

Im Seniorenzentrum St. Bernhard und im Demenzzentrum Max-Richard und Renate-Hofmann-Haus werden derzeit 9 motivierte Menschen zu Pflege(fach)kräften ausgebildet. Alle Fachkräfte begleiten die Auszubildenden in der praktischen Arbeit. Es gibt zudem 7 Pflegefachkräfte, die eine zusätzliche Qualifikation (Praxisanleiter für die Altenpflege) für die praktische Ausbildung erworben haben.

Im Mittelpunkt der Schüler-Koordination und Praxisanleitung steht die Mitarbeiterin Frau Sabrina Bort. Sie ist als Mitarbeiterin des Qualitätsmanagements für beide Einrichtungen der Keppler-Stiftung Künzelsau eingestellt. Ihr „Steckenpferd“ Ausbildung hat sie eher zufällig entdeckt. Seit einigen Monaten zeigt sie sich für diese wertvolle Tätigkeit verantwortlich. Mit viel Herzblut und Unterstützung durch alle Beteiligten in der Dienstplangestaltung strukturiert und plant sie die Praxisanleitung, führt diese durch und setzt sich nebenbei auch für die Wertschätzung ihrer „Schützlinge“ ein. Sie begleitet die Auszubildenden im Pflegealltag, bereitet auf Praxisbesuche und Prüfungen vor und vermittelt zwischen Schüler/innen und Einrichtungsvertretern. Zum Erwerb der erforderlichen pädagogischen Qualifikation studiert sie berufsbegleitend Berufspädagogik für Gesundheits- uns Sozialberufe an einer Fern-Hochschule.

Praxisanleitung ist im Berufsfeld „Pflege“ – obwohl eine Bring-Schuld der Ausbildungsbetriebe – nach wie vor vielerorts nicht selbstverständlich.

Häufig werden Auszubildende nicht in ihrer Rolle als „Lernende“ wahrgenommen und spüren die Unzufriedenheit der KollegInnen, ob ihres Arbeitspensums- und Tempos. Auch werden im Alltag pflegerische Tätigkeiten, denen die Auszubildenden zufällig beiwohnen durften, im Nachgang oder spontan zur Anleitung deklariert – keine guten Voraussetzungen für eine Lernsituation.

Auszubildende in der Altenpflege werden nur so gut pflegen und arbeiten, wie sie dazu angeleitet werden. Ausbildung und Praxisanleitung vermittelt daher nicht nur Kenntnisse, um möglichst schnell möglichst viele Pflegebedürftige „abzufertigen“. Werden ihr die erforderliche Aufmerksamkeit und notwendigen Zeitressourcen eingeräumt, ermöglicht sie den Auszubildenden den Erwerb von Fachkompetenz. Durch eine strukturierte und regelmäßige Praxisanleitung lernen sie, das eigene Handeln immer wieder zu reflektieren und sich an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu orientieren. In diesem Zusammenhang muss Praxisanleitung vor allem geplant und zielgerichtet stattfinden.
Die dadurch erworbene Pflegekompetenz kommt nach erfolgreicher Ausbildung in erster Linie direkt dem Empfänger der Leistung zu Gute. Nur eine fachkompetente Pflegekraft kann im Berufsalltag alle ihr Anvertrauten angemessen versorgen.

Und zu guter Letzt können nur Pflegekräfte mit erfolgreicher Fachkompetenz-Ausbildung zur Unterstützung und Entlastung in einem anspruchsvollen Aufgabengebiet beitragen.
Ausbildung und Praxisanleitung sind eine Investition in die aktuelle wie auch künftige Pflegequalität. Gerade auch in Zeiten von Fachkräftemangel, kann sie dazu beitragen, den „Nachwuchs“ an die Einrichtung zu binden. Sie darf kein Zufallsprodukt sein.

Im Bewusstsein all dieser Widrigkeiten ist die Praxisanleitung in der Keppler-Stiftung in Künzelsau – trotz ein paar Stolpersteinen – auf einem qualitativ guten und verantwortungsbewussten Weg.

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